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Neuerscheinung Juli 2019 -

Vom Kolonialkrieg in Deutsch-Ostafrika zur Kolonialbewegung in Freiburg 

Veröffentlicht auf freiburg-postkolonial.de am 04.06.2019

Aktualisiert: 16.07.2019

 

 

 

cover Wegmann - Max Knecht

Heiko Wegmann:

 

Vom Kolonialkrieg in Deutsch-Ostafrika

zur Kolonialbewegung in Freiburg.

Der Offizier und badische Veteranenführer Max Knecht (1874-1954)

hgg. vom Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e. V.,

Reihe Alltag und Provinz Band 16

Rombach-Verlag, Freiburg i. Br. 2019

580 Seiten, 15 x 22,4 cm, Paperback, ISBN 978-3-7930-9943-7; € 34,- (DE)

Berichte, Rezensionen und Interviews zum Buch

- Klaus Riexinger: Trocken über den Njawarongo. Biografie über den Freiburger Kolonialisten und Nationalsozialisten Max Knecht. Der Sonntag, 07.07.2019. Siehe Druckfassung (pdf) und Web-Version Der Sonntag/BZ
- Anja Bochtler: Interview mit Heiko Wegmann. Welche Rolle der Freiburger Offizier Max Knecht in der Kolonialgeschichte spielte. Badische Zeitung, 03.07.2019
Mehr (BZ-Website)

Das Buch in Kürze

Wie waren Kolonialerfahrungen in Übersee und lokale Kolonialbewegungen in der Heimat miteinander verknüpft? Diese immer noch kaum erforschte Frage untersucht der Autor auf innovative Weise am Beispiel von Max Knecht. Der erste Teil behandelt die Erfahrungen Knechts als deutscher Kolonialoffizier im Maji-Maji-Krieg (1905/06) im heutigen Tansania und seine Praxis „indirekter Herrschaft“ in Ruanda (1907). Dazu greift er auf bislang unzugängliche Quellenbestände zurück. Im zweiten Teil geht es um die Netzwerke der Kolonialbewegung in Freiburg i. Br. in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Unter der Führung Knechts verankerte sie die Kolonialideologie in der lokalen Gesellschaft. Ihr Höhepunkt war die Reichskolonialtagung 1935 in Freiburg.

Die Studie gibt tiefe Einblicke in koloniale wie militärische Denk- und Handlungsweisen. Sie macht auch deutlich, wie tief die lange vernachlässigte Kolonialgeschichte in die Lokalgeschichte deutscher Städte eingeschrieben ist. Schließlich zeigt sie, wie sich der Kommunalpolitiker, badische Landesführer des Reichskriegerbundes und SS-Ehrenführer Knecht als Vertreter älterer bürgerlich-nationaler Eliten zum neuen NS-Staat stellte.

Zum Autor

Heiko Wegmann, geb. 1970, studierte Diplom-Sozialwissenschaften an der Universität Oldenburg. Er war Redakteur und Geschäftsführer des „informationszentrums 3. welt e. V.“ (iz3w) in Freiburg i. Br. Seit 2005 betreibt er das Forschungs- und Bildungsprojekt www.freiburg-postkolonial.de. Er ist Mitautor der im Auftrag der Stadt Freiburg erstellten und 2018 vom Stadtarchiv herausgegebenen Studie „Freiburg und der Kolonialismus“. 2018 hat er erfolgreich die hier vorliegende Dissertation bei der Universität Freiburg eingereicht. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt Wegmanns ist die Geschichte des Nationalsozialismus in Südbaden, insbesondere der regionalen SS.

Zum Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e. V.

Der 1980 entstandene Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg will die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Region Südbaden voranbringen und neue Zugänge zur südbadischen Geschichte eröffnen. Dazu fördert er neben regionalgeschichtlicher Forschung auch einschlägige Veröffentlichungen.

Von seinem Entstehungszusammenhang her sieht sich der AK Regionalgeschichte in der Tradition der – vor allem durch die Geschichtswerkstätten-Bewegung begründeten – Regionalgeschichte als “Geschichte von unten”, welche gegenüber der “Großgeschichte” der Mächte und der Mächtigen die “andere Seite” der Geschichte zum Thema machen will: die Geschichte der Betroffenen in ihrem Alltag und ihren “kleinen” Lebenszusammenhängen beziehungsweise die vom Einzelnen und seiner Lebenswelt ausgehende Geschichte. Dieser Tradition entsprechend setzt sich der Arbeitskreis mit Regionalgeschichte vor allem als Alltagsgeschichte und Mentalitätsgeschichte auseinander.

Durch verschiedene Aktivitäten wie zum Beispiel Exkursionen und Arbeitsprojekte soll der Austausch zwischen Fachhistorikern und geschichtlich interessierten Laien gefördert und eine eigenständige Auseinandersetzung mit der “eigenen” Geschichte angeregt werden. Dazu dient auch das Erlernen “handwerklicher” Grundlagen beim Quellenstudium in der Archivgruppe. (Nicht nur, aber vor allem jüngere) Historikerinnen und Historiker unterstützt der eingetragene Verein dadurch, dass er ihnen in seiner Buchreihe Alltag & Provinz die Veröffentlichung regionalgeschichtlicher Forschungsergebnisse ermöglicht.

Einladung zur Buchvorstellung

Mittwoch, 3. Juli 2019, 19.30 Uhr, Kommunales Kino Freiburg, Urachstr. 40, 79102 Freiburg, Eintritt frei

• Begrüßung durch Neriman Bayram (KoKi, Gastgeberin)
• Begrüßung durch Dr. Robert Neisen (Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e. V., Herausgeber)
• Kurzvortrag von Dr. Marie Muschalek (Historisches Seminar, Universität Freiburg): Lokal, transnational, global. Neuere Forschungen zur deutschen Kolonialgeschichte
• Kurzvortrag von Heiko Wegmann (Dipl. Sozialwissenschaftler): Max Knecht, Freiburg und die lokale Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte
• Schlusswort von Dr. Torang Sinaga (Rombach Verlag)
• Musikalische Begleitung: «29minutes» Saxophonsextett

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