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Veranstaltungsankündigungen zum Thema Deutscher Kolonialismus und verwandten Themen

Hinweise bitte schicken an: freiburg-postkolonial.de

 

Regionaler Veranstaltungs-Kalender des Stattweb

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Hinweis: Die Dokumentation von historischen kolonialen Vorträgen, Ausstellungen etc. in Freiburg erschließt sich über die Rubrik "Orte


Georg-Kolbe-Museum (Berlin): Ausstellung vom 24.01.- 05.04.2010

WILDE WELTEN - ANEIGNUNG DES FREMDEN IN DER MODERNE

Die Ausstellung Wilde Welten – Aneignung des Fremden in der Moderne thematisiert das Verhältnis der Moderne zu außereuropäischen Kulturen in der Kaiserzeit und in der Weimarer Republik. Am Beispiel der künstlerischen Auseinandersetzungen mit Afrika und Ozeanien zeigt die Ausstellung, wie vielfältig die Beschäftigung mit dem Exotischen war und welche Präsenz das Fremde auch im Alltag in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte.

Georg-Kolbe-Museum, Sensburger Allee 25, 14055 Berlin, T: +49-30-304 21 44, F: +49-30-304 70 41

BEGLEITPROGRAMM

Mittwoch, 03. Februar, 18.30 Uhr
Herz der Finsternis und Insel der Verheißung
Christian Brückner liest Joseph Conrad und Laurids Bruun. (Museumseintritt)

Sonntag, 14. Februar, 11.30 Uhr
"Ich tue was mir passt" - Leben und Werk der Josephine Baker
Ein Vortrag von Britta Jürgs. (Museumseintritt)

Sonntag, 07. März, 11.30 Uhr
Völker der Welt auf Castan´s Bühnen
Ein Vortrag von Angelika Friederici. (Museumseintritt)

Sonntag, 28. März, 11.30 Uhr
Die Leiche im Keller der Metropole – Das koloniale Berlin
Ein Vortrag von Dr. Joachim Zeller. (Museumseintritt)

 


logo museumMuseum Neukölln (Berlin): Ausstellung "SPUREN KOLONIALER VERGANGENHEIT IN NEUKÖLLN"

Neben den Hansestädten Hamburg und Bremen mit ihren Überseehäfen entwickelte sich die Reichshauptstatdt Berlin nach dem Ende der viermonatigen Kongo-Konferenz im Februar 1885 schnell zur deutschen Kolonialmetropole. Spuren des Kolonialismus finden sich auch im Stadtbild Neuköllns. Eine Spur führt in die Wissmannstraße, benannt nach Hermann von Wissmann, Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Eine weitere Spur führt in die Woermannkehre. Namensgeber Adolph Woermann galt mit der Woermann-Linie als größter Privatreeder der Welt und war maßgeblich an der Einrichtung der deutschen Kolonien in Afrika beteiligt. Auch auf dem Garnisonfriedhof Columbiadamm ist unsere koloniale Vergangenheit sichtbar: Dort liegt der "Herero-Stein" samt einer im Oktober 2009 eingeweihten Namibia-Gedenkplatte. Während bis vor kurzem nur der Täter gedacht wurde, erinnert der Ergänzungsstein jetzt auch an die mehr als 50.000 von deutschen Truppen vernichteten Herero und Nama während des Aufstandes von 1904 bis 1907.

31. Januar bis 26. März 2010, Öffnungszeiten: Di - Fr, So 12 - 18 Uhr, Eintritt frei Weiter zur Museumswebsite

Die Vernissage ist am 29. Januar 2010, 19 Uhr, in der Kath. St. Christophorus-Kirche, Nansenstr. 4 (Nähe Hermannplatz). Eintritt frei.


November 09 - Februar 2010 | Kolonialismus im Kasten?
5 Kritische Rundgänge durch die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums

Was wissen wir über die deutsche Kolonialvergangenheit? Was hat Kolonialismus mit deutscher Geschichte im Allgemeinen zu tun? Welche Auswirkungen hatte und hat er noch heute auf die deutsche Gesellschaft?
Anlässlich des 125. Jahrestages der Berliner Afrika-Konferenz befragt der Rundgang die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums kritisch danach, welchen Stellenwert die deutsche Kolonialgeschichte in der offiziellen deutschen Erinnerungspolitik einnimmt. Darüber hinaus gibt der Ausstellungsrundgang einen Überblick über verschiedene Aspekte des deutschen Kolonialismus und erörtert dabei die Zusammenhänge zwischen kolonialer und deutscher Geschichte. Jeder der fünf Rundgänge setzt zudem einen Themenschwerpunkt, indem er sich z.B. vertiefend mit den kolonialen Geschlechterverhältnissen, der visuellen Kultur im deutschen Kolonialismus oder mit Krieg, Gewalt und Widerstand im kolonialen Kontext auseinandersetzt (siehe Termine).
Treffpunkt ist in der Eingangshalle des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, am rechten Treppenaufgang. Der Eintritt in das Museum kostet 5,-. Die Rundgänge sind nicht an das DHM angebunden und kostenlos. Wir bitten um Anmeldung per Email bis zum Freitag vor dem jeweiligen Termin!
Kontakt: kolonialismus.im.kasten@gmail.com
Termine (Für eventuelle kurzfristige Änderungen bitten wir darum, zeitnah die Website der Kampagne „125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz“, www.berliner-afrika-konferenz.de, einzusehen!):

  • Samstag, den 28. November 2009, 15 Uhr: Themenschwerpunkt „Krieg, Gewalt und Widerstand in den deutschen Kolonien“ (Marie Muschalek und Dörte Lerp)
  • Samstag, den 12. Dezember 2009, 15 Uhr: Themenschwerpunkt „Koloniale Geschlechterordnungen zwischen Rassismus und Sexismus“ (Dörte Lerp und Kristin Weber)
  • Sonntag, den 10. Januar 2010, 15 Uhr: Themenschwerpunkt „Über das Sammeln von Menschen, Objekten und Wissen: Ethnologie und Anthropologie in Deutsch-Ostafrika“ (Kristin Weber und Manuela Bauche)
  • Samstag, den 23. Januar 2010, 15 Uhr: Themenschwerpunkt „Von Modernisierungsträumen und Versuchsfeldern: Wissenschaft und Technik in den deutschen Kolonien“ (Manuela Bauche und Susann Lewerenz)
  • Sonntag, den 14. Februar 2010, 15 Uhr: Themenschwerpunkt „Koloniale Bildwelten in der visuellen Kultur Deutschlands“ (Susann Lewerenz und Marie Muschalek)

Druckfassung "kritischer Rundgang" (pdf)


Freiburg: Tagung "Helpless Imperialists - Imperial failure, Radicalization and Violence between high Imperialism and Decolonization", 14.-16.1.2010 Frias


Commit Berlin e.V. veranstaltet: Wissensmacht - Machtwissen - Eine Reihe kritischer Auseinandersetzungen mit Rassismus und kolonialen Kontinuitäten in Universität und Wissenschaften

im Wintersemester 2009/10 ab 21.10.2009 jeden zweiten Mittwoch um 18.30 Uhr im HU-Hauptgebäude (Unter den Linden 6), Raum 3038/3035

Im Rahmen der Kampagne verschiedener Berliner politischer Gruppen zur 125ten Jährung der Berliner Afrika-Konferenz von November 2009 bis Februar 2010 (www.berliner-afrika-konferenz.de) veranstaltet der Studierendenverein Commit Berlin e.V. eine Reihe, in der koloniale Kontinuitäten im Alltag und in Wissenschaftsbetrieben thematisiert werden sollen. Die Veranstaltungen sind Teil der politischen Bildungsarbeit von Commit Berlin und sollen zur Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit beitragen.Ausgangspunkt ist die Universität als ein Ort, der den Alltag von Studierenden und Lehrenden wesentlich prägt und an dem vorgeblich universelles Wissen und ‚Wahrheiten’ produziert werden, sich gesellschaftliche Ein- und Ausschlüsse spiegeln, Zugänge zu Realität und Wissen verhandelt werden. Wir wollen kritisch hinterfragen, was in der Berliner Wissenschaftsbetrieben passiert. Wer kann dort sprechen und worüber? Wessen Stimme wird gehört? Wessen Wissen wird als Wissen anerkannt? Welche Funktion haben diese Ein- und Ausschlüsse für die Selbstkonstruktion der dominanten weißen Wissenschaften? In Deutschland gibt es kaum Studiengänge, die sich explizit mit Post-Kolonialität befassen, zu viele (weiße) Menschen wissen und lernen nichts über die Berliner Afrika-Konferenz und deren bis heute währende Folgen. Die Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte und bis heute sicht- und spürbaren kolonialen Denk- und Verhaltensmustern und Strukturen ist noch nicht in der selbsternannten Mitte der Gesellschaft angekommen. Kolonialrevisionismus und Alltagsrassismus gehen Hand in Hand und legitimieren im Deutschland des 21. Jahrhunderts einen kolonialen Raum. Die Veranstaltungsreihe soll zur Anerkennung eines post-kolonialen Diskurses in Deutschland beitragen und zu einer kritischen Reflexion (vor allem von Studierenden) über gewaltvolle Strukturen in ihrem eigenen Umfeld anregen. Ebenso versuchen wir, eine breitere Öffentlichkeit für alltägliche Rassismen zu sensibilisieren. Wir wollen eine Einführung in diverse Themenbereiche wie Alltagsrassismus, diskriminierende Strukturen in den Wissenschaften oder Deutsch als  rassistische Sprache bieten, Denkanstöße geben und zur weiteren Diskussion und Reflexion der behandelten Themen anregen. Für diese Verhandlungen haben wir die Universität gewählt, denn es ist an der Zeit, dass sich weitere Diskurse und Perspektiven an diesem Ort Platz verschaffen und so zu einer weiterreichenden Transformation beitragen.

  • 21.10. Natasha A. Kelly- Afroism. Zur Situation einer ethnischen Minderheit in Deutschland
  • 04.11. Katharina Oguntoye - Geschichte(n) Schwarzer Menschen in Deutschland  
  • 18.11. Dr. Grada Kilomba - Who can speak? University and the decolonization of knowledge 
  • 02.12.  Dr. Susan Arndt - Rassismus in der deutschen Sprache  
  • 16.12. Yonas Endrias - Rassismus in der Wissenschaft - wissenschaftlicher Rassismus 
  • 13.01. Aretha Schwarzbach-Apithy - Weiße kolonial-rassistische Lebensart  - innere Kolonisierung  
  • 27.01. Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers - Dekolonisierung als methodisches und methodologisches Projekt der Wissenschaftskritik 
  • 10.02. Podium: Interventionen - Strategien zur De-Kolonisierung der Universität und Wissenschaften  

Ausstellung (2.-26.9.2009) und Begleitprogramm in Basel:

Anette Hoffmann: "What We See" - Bilder, Stimmen, Repräsentation.
Zur Kritik einer anthropometrischen Sammlung aus dem südlichen Afrika

BASLER AFRIKA BIBLIOGRAPHIEN / Namibia Resource Centre & Southern Africa Library
Klosterberg 21-23, CH-4051 Basel, Tel:+41 61 228 93 33, Fax: +41 61 228 93 30, bab@baslerafrika.ch

Die Ausstellung setzt sich mit der verstörenden Geschichte historischer Ton- und Bilddokumente aus dem südlichen Afrika auseinander. Im Zentrum der 1931 von dem deutschen Künstler Hans Lichtenecker in Namibia als "Archiv aussterbender Rassen" angelegte Sammlung stehen Tonaufzeichnungen jener Afrikanerinnen und Afrikaner, die innerhalb eines kolonialen Kontextes Gesichtsabformungen, Körpervermessungen, anthropometrisches Fotografieren und Stimmaufnahmen erdulden mussten. Auch Stimmen galten als anthropologisches Sammlungsgut und wurden von Lichtenecker auf Wachswalzen aufgezeichnet. Erst kürzlich wurden die afrikanischen Sprechaufnahmen von der Kulturwissenschaftlerin Dr. Anette Hoffmann wiederentdeckt und konnten übersetzt werden. Was Afrikanerinnen und Afrikaner 1931 über das beklemmende Anthropometrie-Projekt und über ihr Leben in der südafrikanischen Kolonie mitteilten, erfahren wir erst heute.

Die Ausstellung konstruiert einen fragilen Raum von Bildern und Stimmen, Geschichten und Porträts, historischen Dokumenten und aktuellen Kunstwerken. Das koloniale Körperarchiv von Hans Lichtenecker wird nicht
nachgebildet. Vielmehr werden seine audiovisuellen Repräsentationpraktiken kritisch und mittels unterschiedlicher Ton- und Bildmedien beleuchtet. Die Ausstellung, die bis vor kurzem in der/IZIKO Slave Lodge in Kapstadt (Südafrika) zu sehen war, wird erstmals in Europa gezeigt.

Wir laden herzlich zur Vernissage am Mittwoch, den 2. September, um 18.30 Uhr ein. Die Ausstellung wird bis zum 26. September gezeigt (donnerstags bis samstags, 15 bis 19 Uhr). Führungen jeweils donnerstags um 18 Uhr,
samstags um 16 Uhr.

Filmpräsentationen
"The Halfmoon Files" (von Philip Scheffner, Berlin 2007. 87 min., in deutscher oder englischer Sprache)
Mall Singhs Stimme ist eine von vielen Stimmen und Sprachen jener aussereuropäischen Kriegsgefangenen, die 1916 im Halbmondlager bei Berlin von Wissenschaftern aufgezeichnet werden. "The Halfmoon Files" ist eine Spurensuche zu den Stimmen und Geschichten der Gefangenen in historischen Ton–, Foto– und Filmarchiven.
Donnerstag, 3. September 2009, 19.00 Uhr. In englischer Sprache.
Freitag, 19. September 2009, 18.15 Uhr. In deutscher Sprache. Mit einer Einführung zur Geschichte aussereuropäischer anthropometrischer Sammlungen in Deutschland von Heiko Wegmann (Freiburg i.B.)

Flyer zur Ausstellung | Ausführliche Information zur Ausstellung | Begleitprogramm zur Ausstellung

Buch zur Ausstellung: What We See | Weitere Informationen finden Sie unter: www.baslerafrika.ch logo bab

Wissensgeschichte als transnationale Geschichte: theoretische Ansätze und empirische Perspektiven - Internationale Tagung am 10./11. September 2009

Die internationale Tagung diskutiert den Schnittbereich zwischen Wissensgeschichte und transnationaler Geschichte aus theoretischer und empirischer Perspektive. Das Anliegen ist, diese beiden innovativen geschichtswissenschaftlichen Forschungsansätze zu kombinieren und deren empirisches Potenzial auszuloten. Die Wissensgeschichte versteht sich als eine sozial- und kulturhistorische Erweiterung der Wissenschaftsgeschichte, während die transnationale Geschichte sich zur Sammlungsbewegung für verschiedene Forschungstraditionen (von der Vergleichsgeschichte, über die postkoloniale Geschichte bis zur internationalen, bzw. der Globalgeschichte) entwickelt hat. Moderne Wissenspraktiken sind historisch konstitutiv von transnationalen Lernprozessen geprägt gewesen und haben ihrerseits das Gefüge der internationalen Staatenordnung – von den kolonialen Herrschaftsverhältnissen bis zum modernen Globalisierungsprozess – epistemisch präformiert und normativ legitimiert. Dieses Wechselspiel zwischen Wissenstechniken und Transnationalisierungsprozessen lässt sich beispielhaft an wissenschaftlichen Klassifizierungs- und Ordnungstechniken (z.B. in der Anthropologie, der Medizin oder der Biologie) und deren gesellschaftlichen Anwendungsfeldern untersuchen. Die Tagung bringt international führende Vertreter des Fachs zusammen mit Nachwuchsleuten aus der Schweiz. Eine Publikation der Tagungsbeiträge in Form eines Sammelbandes ist vorgesehen.

Programm und weitere Informationen zur Tagung: Uni Basel


Bremen: Einweihung des Mahnmals für die Opfer des Völkermords in Namibia, 1904-1908, Dienstag, 11.08.2009, 17.00 Uhr, Gustav-Deetjen-Grünanlage (Nähe Hauptbahnhof)

Vorprogramm: 16:00 Uhr - "Krypta" des Elefanten - Michael Weisser | D.U.R.S.T. | Eine Installation, es sprechen Ralph Saxe (Verein Der Elefant! eV) und Prof. Dr. Jutta Berninghausen (Hochschule Bremen, Konrektorat Internationales)

Einweihungsveranstaltung

17:00 Uhr - Einweihung des Mahnmals für die Opfer des Völkermords in Namibia 1904 - 1908 durch Dr. Reinhard Loske (Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen) und Honorable Minister Nangolo Mbumba (namibischer Bildungsminister)

Zur Bedeutung des Mahnmals für den Stadtteil Schwachhausen, für Bremen und für Namibia - Gespräch mit
Ralf Saxe (Sprecher des Beirats Schwachhausen)
F. Thomas Gatter (Gestalter des Mahnmals)
Es moderiert Senatsrat a.D. Gunther Hilliges
Für die musikalische Umrahmung sorgt der Zion Community Choir unter der Leitung von Ady Ariwodo

Veranstalter: BREMER AFRIKA ARCHIV e.V. (BAA), Bremen African Archives, University of Bremen


„Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ feiert Premiere in Berlin
Anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsbeginns in Europa präsentieren AfricAvenir International e.V. und Recherche International e.V. die bisher umfangreichste Ausstellung zum Thema „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ vom 1.-30.September in der Werkstatt der Kulturen in Berlin. Ein umfassendes Begleitprogramm mit Vorträgen, Filmen, Lesungen und der Deutschlandpremiere des Hip- Hop-Musicals „Die vergessenen Befreier – A nos morts“ öffnet den Blick für die globale Dimension des Zweiten Weltkriegs und lädt das Publikum zu einer kritischen Reflektion der eigenen Geschichte ein. logo africavenir

Feierlich eröffnet wird die Ausstellung am 1. September 2009 um 19 Uhr durch den Historiker, Schriftsteller und Gründer von AfricAvenir, Prof. Kum’a Ndumbe III. aus Kamerun.

Programmauswahl
03.9.2009, 18.30 Uhr Lesung von Raffael Scheck – Hitlers afrikanische Opfer
04.9.2009, 19.00 Uhr Berlin Premiere: Tage des Ruhms (Indigènes) R: Rachid Bouchareb, DZ/MA/F/B 2006, 119 Min, OmU
11.9.2009, 18.30 Uhr Vortrag von Alice Cherki „Die Bedeutung des Zweiten Weltkriegs für die antikolonialen und antirassistischen Schriften Frantz Fanons
13.9.2009, 15.00 Uhr Thementag „Kriegsverbrechen der japanischen Armee“ in Anwesenheit von Zeitzeuginnen aus Taiwan
15.9.2009, 15.00 Uhr Lehrerfortbildung mit Kurator Karl Rössel in Kooperation mit LISUM und EPIZ
20.9.2009, 20.00 Uhr Deutschlandpremiere des Hip-Hop-Musicals “Die vergessenen Befreier” (À nos morts) der Gruppe "Mémoires Vives" (Straßburg). Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin

Siehe ausführlich zu Ausstellung und Begleitprogramm: www.3www2.de/


Lesereise im August/September 2009 mit

Raffael Scheck: »Hitlers afrikanische Opfer«

Am 1. September jährt sich zum 70. Mal der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Raffael Scheck hat mit seinem Buch »Hitlers afrikanische Opfer« zur Aufklärung eines Kriegsverbrechens beigetragen, das bis heute weitgehend ignoriert und von der Justiz nicht geahndet wurde: die Massaker der Wehrmacht an schwarzen Soldaten in Frankreich im Sommer 1940. Auf einer Lesereise wird der in den USA lehrende Autor die Ergebnisse seiner Forschung nun auch in Deutschland vorstellen.

Bisher wurde der Wehrmacht für den Krieg gegen Frankreich im Allgemeinen ein korrektes Verhalten bescheinigt, das in scharfem Kontrast zur deutschen Kriegführung im Osten stehe. Aufgrund der Archivquellen, die Raffael Scheck erschlossen hat, ist die Legende des »sauberen Westfeldzuges« nicht länger aufrechtzuerhalten. Der Autor belegt in seiner Studie, dass die Wehrmacht im Mai und Juni 1940 Massaker an schwarzen Soldaten und Kriegsgefangenen verübte, die in der französischen Armee gekämpft hatten, und zeigt auf, wie weit die Nazifizierung der Truppe bereits zu diesem Zeitpunkt fortgeschritten war. Mehrere Tausend schwarze Gefangene wurden ermordet und eine unbestimmte Zahl von Schwarzen wurde erschossen, ohne Gelegenheit zu bekommen, sich zu ergeben. Hintergrund war eine von Joseph Goebbels initiierte rassistische Kampagne. Der Autor stellt die Massaker an schwarzen Soldaten in die Kontinuitätslinie der Brutalisierung der deutschen Kriegführung seit den Kolonialkriegen gegen die Hereros und den Maji-Maji-Aufstand. Er untersucht darüber hinaus die deutsche Propaganda gegen die sog. »Schwarze Schmach« während der Rheinlandbesetzung, welche die Stationierung der Kolonialtruppen als Verbrechen und Provokation darstellte. Die Nationalsozialisten hielten die Erinnerung an diese Hetzkampagne auch nach 1933 wach. Als Rheinlandbastarde diffamierte Kinder wurden während des Dritten Reichs erfasst und sterilisiert. »Das Anliegen des Buches ist nicht, eine ›Konkurrenz‹ der Opfer der nationalsozialistischen Barbarei zu befördern. Sein Interesse liegt vielmehr darin, die Legende einer sauberen Wehrmacht in Frage zu stellen sowie eine Neubewertung der lang gehegten Unterscheidung zwischen einem ›schmutzigen‹ Krieg im Osten und einem angeblich anständigen Krieg im Westen vorzunehmen« (Le Monde).

Die Lesereise wird von der Internationalen Kommunikationswerkstatt e.V. in Kooperation mit dem Verlag Assoziation A und der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) organisiert. Kontakt: Theo Bruns, Tel.: 040-80609208, E-Mail: hamburg@assoziation-a.deStationen der Veranstaltungsreihe sind:

  • 31. August: Hamburg, Montag, Lesung in der Buchhandlung im Schanzenviertel, Schulterblatt 55, 20 Uhr; Ko-Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Eine-Welt-Netzwerk Hamburg, Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)
  • 2. September: München, Mittwoch, Veranstaltung im Rahmen der Reihe "La Mirada Distinta", Ort: KulturLaden Westend, 20 Uhr, Ligsalzstr. 44 (U 4/5 Schwanthalerhöhe), Veranstalter: KulturLaden, Basis-Buchhandlung und Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit
  • 3. September: Berlin, Donnerstag, Buchpräsentation im Rahmen der Ausstellungseröffnung »Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg« (vgl. www.3www2.de), Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32 (U-Bahnhof Hermannplatz), Veranstalter: AfricAvenir, Kooperation: Schwarze Risse

Volkshochschule Freiburg: Freiburg und die deutsche Kolonialzeit in Afrika, Kurs vom Do. 23.04.2009 - Do. 14.05.2009. Dozent: Heiko Wegmann.

Die deutsche Kolonialzeit und ihre Auswirkungen auf die Kolonien wie auf Deutschland selbst rücken seit ein paar Jahren immer mehr in den Fokus von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Auch in Freiburg finden sich viele Spuren dieser Zeit. Bei einem virtuellen Stadtrundgang lernen Sie Orte mit Kolonialgeschichte und damit eine ganz andere Seite Freiburgs kennen: vom Grab des Gouverneurs Leutwein auf dem Hauptfriedhof über den Stammtisch der Kolonialkrieger in Oberlinden und die über die Stadt verteilten Kolonialwarenläden bis zur Kolonialeiche vor der Universität und deren umstrittene menschliche Schädelsammlung. Ein weiteres Thema werden die vielen künstlerischen und ethnografischen Schätze sein, die auf Bestreben der Stadt aus den Kolonien in Afrika für das Adelhausermuseum beschafft wurden.

Unterrichtsstunden 8, Veranstaltungstage Donnerstags, Uhrzeit 14:30 - 16:00, Dauer 4x, Veranstaltungsort VHS-Studio, Raum 44, Kosten 40,00 €, Kursnummer 091100430, Anmeldung: VHS


Stagings Made In Namibia, postkoloniale Fotografie - Ausstellung, Symposion, Screenings, Stadtführung. 28.3.–19.4.2009 in Berlin, Eröffnung: 27. März 2009, ab 19 Uhr, kuratiert von Evelyn Annuß | Ausstellungsdesign: Claudia von Funcke

Öffnungszeiten Di – Fr 14 – 19 Uhr, Sa/So/Feiertags 12 – 19 Uhr | in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien, Mariannenplatz 2, D–10997 Berlin, Tel: +49 - (0)30 - 902 98 14 55, kunstraumkreuzberg.de

Wie ließe sich postkoloniale Fotografie bestimmen? STAGINGS MADE IN NAMIBIA ist eine kollektive Versuchsanordnung. Sie versammelt inszenierte Alltagsbilder von 124 Fotografinnen und Fotografen aus dem seit 1990 von Südafrika unabhängigen Namibia, die den herkömmlichen Blick auf die deutscheste aller ehemaligen Kolonien unterwandern. Das Ausstellungsprojekt an der Schnittstelle von Kunst und Bildpolitik stellt die Frage nach Präsentationsmöglichkeiten jenseits der gängigen Postkartenmotive, die das Moment der Darstellung im Dargestellten offenbaren, und erkundet andere Gebrauchsweisen von Fotografie im nachkolonialen Kontext. In Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg werden nun zunächst 200 Fotografien in der ehemaligen Kapelle des Berliner Bethanien vorgestellt: heterogene Akte der Ins-Bild-Setzung , die in ihrem Zusammen- und Widerspiel zu immer neuen Lektüren provozieren. Danach wird die Ausstellung in der National Art Gallery of Namibia, in Windhoek, zu sehen sein.

Flankiert wird die Ausstellung von einem umfangreichen Begleitprogramm:

But who am I to kill your picture... Namibia und visuelle Politiken
Symposion, 27. – 29. März 2009, Berlin Institute for Cultural Inquiry (ICI), Christinenstr. 18-19, Haus 8, D-10119 Berlin

Freitag, 27. März
16 – 18 Uhr Keynotes
Begrüßung: Christoph Holzhey/Evelyn Annuß
• Henning Melber (Uppsala, Politik)
(De-)Kolonisierung und patriotische Geschichte. Zum Stellenwert visueller Dokumente in Geschichte und Gegenwart Namibias
• Gesine Krüger (Zürich, Geschichte)
Alltagswelten – Handlungsmacht. Zur Aneignung des visuellen Raums in Namibia

Samstag, 28. März
10.30 – 12 Uhr Koloniale Darstellungen
Moderation: Michaela Wünsch (Berlin)
• Joachim Zeller (Berlin, Geschichte)
Exotik daheim. Kolonialismus in der visuellen Trivialkultur
• Felix Axster (Wien, Geschichte)
Evidenzen des Kolonialismus? Visualisierungsstrategien auf Bildpostkarten um 1900
12.30 – 14 Uhr Visuelles Nachleben in der namibischen Alltagskultur
Moderation: Ina Kerner (Berlin)
• Dag Henrichsen (Basel, Geschichte)
Historischer Alltag und afrikanische Bilderpraktiken im (früh-) kolonialen Namibia
• Larissa Förster (Köln, Ethnologie)
Zur performativen Erinnerungskultur der ,Oturupa’
16 – 18 Uhr Literatur und Bild
Moderation: Sibylle Benninghoff-Lühl (Berlin)
• Medardus Brehl (Bochum, Literatur)
Auflösungserscheinungen. ,Grenzläufer’ und ‚Mischlinge’ in der deutschen Kolonialliteratur um 1900
• Stefan Hermes (Hamburg, Literatur)
‚Landraub’ und ‚Schuldlüge’. Zur Ästhetik des literarischen Kolonialrevanchismus in der Weimarer Republik und im ‚Dritten Reich’
• Bruno Arich-Gerz (Darmstadt, Literatur)
Blickverhältnisse. 120 Jahre koloniale Vergangenheit in der Gegenwartsliteratur aus und über Namibia
18.30 – 19.30 Uhr Fotografie
Moderation: Akinbode Akinbiyi (Berlin)
• Eva Leitolf (München, freie Fotografin)
Rostock Ritz, 2004

Sonntag, 29. März
10.30 – 12.30 Uhr Ausstellungskonzepte
Moderation: Martin Saar (Frankfurt)
• Astrid Kusser (Köln): Bilder verkehren. Bildpostkarten in der visuellen Kultur des deutschen Kolonialismus
• Larissa Förster (Köln): Namibia – Deutschland. Eine geteilte Geschichte
• Dag Henrichsen (Basel): Posters in Action
• Anette Hoffmann (Capetown): What We see. Voice, image and versioning
14.30 – 15.30 Uhr Theater
Moderation: Evelyn Annuß
• Hans-Werner Kroesinger (Berlin, freier Regisseur)
Herero 100, Hebbeltheater am Ufer 2004
16 – 17.30 Uhr (Post-)Kolonialer Heimatfilm
Moderation: Evelyn Annuß/Oshosheni Hiveluah (Windhoek)
• Wolfgang Struck (Erfurt, Literatur)
Die Wiederkehr des Kolonialismus als Melodram. Koloniale Bilder im deutschen Fernsehen.
• Gabriele Dietze (Klagenfurt, Gender/Medien)
Melancholie, Schuld und Geschlecht im Kolonialepos. Genealogie eines Filmgenres

Screenings Made in Namibia
Filmtheater Hackesche Höfe, Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin
www.hackesche-hoefe.org

29. März 2009, 20 Uhr
Reiter und Geister: Zur herero-deutschen Geschichte
M. Baer (Berlin), O. Hiveluah (Windhoek), I. Kaunatjike (Berlin), R. Kößler (Münster)
In The Shadow Of The Mountain (Andrew Botelle, Namibia 2008)
Rider Without A Horse (Tim Hübschle, Namibia 2009)
„Weiße Geister“. Der Kolonialkrieg gegen die Herero (Martin Baer, Deutschland 2004)

30. März 2009, 20 Uhr
Films Made in Namibia (engl. OF/OV)
O. Hiveluah (Windhoek), J. Strohm (AfricAvenir International e.V., Berlin)
Beef (Tim Hübschle, Namibia 2006)
Nobody But Me (Jonathan Joba, Namibia 2007)
Namibians Under The Sun (John Nashongo/Liebs Swartz, Namibia 2006)
Differences (Joel Haikali, Namibia 2009)
Skymaster... Township Jazz from the Old Location (Nghidipo Nangolo, Namibia 2007)

Kapelle/Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

3. April 2009, 20 Uhr
Queer Sexualities and Gender in Namibia and South Africa (engl. OF/OV)
Karin Michalski (clipclub Berlin), G. Tibinyane (Windhoek)
Simon and I (Bev Ditsie und Nicky Newman, South Africa 2001)
Forgotton Survivors (Gina Tibinyane, Namibia 2008)

10. April 2009, 20 Uhr
Film Night (engl. OF/OV), Diskussion über Namibische Filmproduktion
Dorothee Wenner (Berlin), O. Hiveluah (Windhoek), Errol Geingob (Arandis)
International (Ees/Gazza, Namibia 2007)
Journey of a Rain Shaman (Robert Scott/Andrew Botelle, Namibia 2008)
Tate Penda (Errol Geingob, Namibia 2006)
Tulila’s Fate (Oshosheni Hiveluah, Namibia 2006)
u.a.
anschließend DJ

Kolonialhistorischer Stadtrundgang, Berlin Mitte, mit Joachim Zeller, 19. April 2009, Wilhelm/Vossstr., 15 Uhr
Flyer

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Veranstaltungsreihe Februar/März 2009 zum deutschen Kolonialismus in der KTS Freiburg, Baslerstr. 103

Dienstag, 10.2.09, 20.00 Uhr: Einführung - Der deutsche Kolonialismus | Sonntag, 20.2.09, 20.00 Uhr: Film & Diskussion "recolonize cologne" / kanak tv | Dienstag, 3.3.09: Kritik der Völkerkunde/Ethnologie, Sonntag, 15.3.09: Kolonialherrschaft in Ruanda und die Konsequenzen der sog. Hamitentheorie

Dienstag, 24.3.09, 20 Uhr: Heiko Wegmann: Freiburg postkolonial - ein virtueller Stadtrundgang

Die deutsche Kolonialzeit rückt seit ein paar Jahren immer mehr in den Fokus von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Dabei wird sowohl nach Auswirkungen auf die Kolonien als auch nach den bislang stark unterschätzten Rückwirkungen auf Deutschland selbst gefragt. Dies betrifft etwa die Bedeutung des Kolonialdiskurses für die Entstehung von Nationalismus und modernen Rassismus. Eine neue Perspektive ist auch die Suche nach kolonialen Spuren, Öffentlichkeiten und Netzwerken im lokalen Raum. So finden sich in Freiburg bei genauerem Hinsehen viele Spuren dieser Zeit, denn es gab eine ganze Reihe kolonial tätiger Institutionen und Vereine, aus Freiburg stammende Kolonialforscher und -militärs sowie - besonders während der NS-Zeit - auch Kolonialausstellungen und Tagungen.

Bei einem virtuellen Stadtrundgang werden verschiedene Orte mit Kolonialgeschichte angesteuert: vom Grab des Gouverneurs von Deutsch-Südwestafrika, Theodor Leutwein, auf dem Hauptfriedhof über den Stammtisch der Kolonialkrieger in Oberlinden und die über die Stadt verteilten Kolonialwarenläden bis zur Kolonialeiche vor der Universität und die umstrittene menschliche Schädelsammlung der Uni. Hinzu kommen die vielen künstlerischen und ethnografischen Schätze, die auf Bestreben der Stadt aus den Kolonien in Afrika für das Adelhausermuseum beschafft wurden.


Veranstaltungsreihe:

Schimmelmann > pp. Hamburg entfernt ein Kolonialdenkmal
Lesungen . Vorträge . Kurzfilme

Sklavenhandel, Kolonialgeschichte und zeitgenössische Gedenkkultur
in Hamburg und anderswo aus der Sicht der Künste und Kulturwissenschaften
.

Freitag 28.11.08 / 19.30 h, Samstag 29.11.08 / 14.30 - 19.30 h, Sonntag 30.11.08 / 14.00 - 18.30 h, FRISE Künstlerhaus | Abbildungszentrum, Arnoldstr. 26-30, Hamburg-Altona, Eintritt frei, Kontakt: Jokinen
info@afrika-hamburg.de
Hamburg betreibt eine skurrile Gedenkkultur. Neue Straßen in der Hafencity werden nach Welteroberern benannt. Gleich nebenan wird ein Museum für Maritimes und Militaria eröffnet. Im sog.'Tansania-Park' ein Nazimonument für koloniale 'Treue' fein restauriert und aufgestellt. Und zu Ehren eines Sklavenhändlers eine Bronzebüste errichtet. Ist es ein Zufall? Während andere europäische Metropolen die koloniale Vergangenheit inzwischen kritisch kontextualisieren, pflegt Hamburg als selbsternanntes 'Tor zur Welt' scheinbar ungebrochen seine kolonialen Traditionen... Zum Programm (pdf) | siehe auch wandsbek transformance

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*Iltis ist kein Tier!* - Podiumsdiskussion zum Umgang mit kolonialistischen Straßennamen

in Steglitz-Zehlendorf, 12.11.2008, 19-21 Uhr, im Ethnologischen Museum, Kleiner Vortragssaal, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem

Programm:
19.00 - 19.30 Uhr:
- Grußwort von Prof. Dr. Viola König, Direktorin Ethnologisches Museum
- Was geschah im Boxerkrieg? Hintergründe zum deutschen Kolonialismus und zu den geschichtlichen Ereignissen, denen mit Lans-, Taku- und Iltisstraße gedacht wird. Referent: Joshua Aikins, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland
- Geschichte in Straßennamen und Straßennamen-Geschichte Referentin: Sabine Weißler, Leiterin Kulturamt Steglitz-Zehlendorf

19.30 - 21.00 Uhr:
Podiumsdiskussion mit
- Joshua Aikins, Experte Kolonialgeschichte und Straßennamen
- Rolf Breidenbach, FDP Steglitz-Zehlendorf, Fraktionsvorsitzender BVV
- Michael Karnetzki, SPD Steglitz-Zehlendorf, Fraktionsvorsitzender BVV
- Prof. Dr. Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin, Sinologie
- Christa Markl-Vieto, Bündnis 90/ Die Grünen Steglitz-Zehlendorf, Fraktionsvorsitzende BVV
- Marc Wesser, CDU Steglitz-Zehlendorf, Fraktionsvorsitzender BVV
Moderation: Armin Massing (BER)

Siehe auch Veranstaltungsflyer (pdf) | Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag
(BER e.V.) Website


Vernetzungstreffen lokal orientierter deutscher Postkolonialismus-Initiativen

am 21./22.11.2008 im Kölnischen Stadtmuseum

In Deutschland gibt es eine wachsende Zahl Initiativen und Bündnisse, die sich mit der lokalen Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte befassen. Das Tätigkeitsspektrum reicht von wissenschaftlicher Forschung über Ausstellungen, Kunstaktionen bis zu Stadtführungen und Schulbesuchen. Das Treffen soll dem Austausch über die verschiedenen Erfahrungen, wissenschaftliche Recherche-Strategien, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie zukünftige Kooperationsmöglichkeiten dienen. Weitere Informationen sind erhältlich über: info@kopfwelten.org. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über diese Adresse erforderlich (bitte möglichst bis 20.10.2008).

VeranstalterInnen: www.freiburg-postkolonial.de / iz3w e.V. und Köln-Postkolonial/ Kopfwelten e.V.


Ausstellung: Köln Postkolonial
Kölnisches Stadtmuseum: 22. November 2008 bis 21. Februar 2009

in Zusammenarbeit mit dem Institut für Afrikanistik der Universität zu Köln
Die deutsche Kolonialvergangenheit ist in der Öffentlichkeit lange Zeit kaum präsent gewesen. Nach vorherrschender Einschätzung war sie kurz und unerheblich. Bislang wurde auch Kölns koloniale und neokoloniale Vergangenheit nicht aufgearbeitet. Dabei kann man von Köln – ehemals selbst eine „Colonia“ des römischen Reiches – als der „Kolonialmetropole des Westens“ sprechen, die in ihrem kolonialen Engagement Hamburg oder Berlin nicht nachstand. Köln ist heute eine internationale Stadt, in der Menschen vieler Nationen zusammenleben. Der Umgang mit dem „Fremden“ ist aber weiterhin geprägt von Bildern und Vorurteilen, die aus der Kolonialzeit stammen. „Köln Postkolonial“ widmet sich der Aufarbeitung dieser Vergangenheit und ihres Nachwirkens bis in die Gegenwart. Das Rahmenprogramm mit mehreren Vorträgen zur Kolonialgeschichte. Weiter (pdf)


Vortragsveranstaltungen der Basler Afrika Bibliographien 09-12/2008

  • 06.09.08, 18.15 Uhr - Dr. Sigrid Schmidt: "Namibische Volkserzählungen: Vom Urzeit-Mythos bis zum Märchenhaus mit Sprechanlage"
  • 30.09.08: Der namibische Politologe Alfredo Tjiurimo Hengari (Universität Paris Pantheon-Sorbonne) über die Zukunft der namibischen Demokratie
  • 04.11.08: Dr.des. Larissa Förster (Universität Köln) zu "Oral history, the Genocide of 1904 and the Reshaping of Herero History in Namibia" (vorläufiger Titel)
  • 04.12.08: Dr. Elke Seibert (Universität Basel) zu "Weltausstellungen im 19. Jahrhundert. Europäische 'Bilder' zur Visualisierung exotischer Welten"

Ort: Klosterberg 23 in Basel; weitere Informationen auf der BAB-Website


Tagungsankündigung: "WISSENSCHAFT, MEDIZIN UND TECHNIK IN EINER (POST-)KOLONIALEN WELT", vom 26. bis 28.09.08 in Darmstadt, DEUTSCHE GESELLSCHAFT für GESCHICHTE der MEDIZIN, NATURWISSENSCHAFT und TECHNIK e.V., Website der DGGMNT, Zum Programm (pdf); Vorträge u.a.:

  • Christine Stelzig, Frankfurt a.M. : ... denn sie wissen nicht, was sie tun? Ethnographisches
    Sammeln in Kamerun während der deutschen Kolonialzeit
  • Holger Stoecker, Berlin: Die deutsche Afrikaforschung im Spiegel ihrer Förderung durch
    die Notgemeinschaft/Deutsche Forschungsgemeinschaft vor und nach 1945
  • Heinrich Hartmann, Berlin: Soldaten in den Tropen, Soldaten aus den Tropen.
    Neudefinitionen der Wehrkraft im kolonialen Kontext zwischen 1890 und 1914
  • Manuela Bauche, Leipzig: Die Kolonie in der Metropole. Malariabekämpfung in
    Ostfriesland & Ostafrika, ca. 1900-1920
  • Hiroyuki Isobe, Konstanz: Medizin und Kolonialgesellschaft: Die Schlafkrankheitsbekämpfung in den deutschen
    „Schutzgebieten“ vor dem Ersten Weltkrieg

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TV-Bericht: FAKT | ARD/Das Erste | Montag, 21.07.2008, 21:45 Uhr

"Koloniales Erbe. In deutschen Universitäten lagert ein grausames Erbe: Schädel, die aus dem von Deutschen begangenen Völkermord an den Hereros stammen. Namibia will die sterblichen Überreste zurück, die Unis bleiben stur." Mehr


Vernetzungstreffen: Forschung zum Thema „deutscher Kolonialismus“ in Freiburg, Dienstag, 20.5.2008, um 18.00 Uhr im ABI

In Freiburg und Umgebung arbeiten WissenschaftlerInnen zu verschiedenen Aspekten der deutschen Kolonialgeschichte und postkolonialer Erinnerungspolitik.

Wir laden Sie zu einem interdisziplinären Vernetzungstreffen ein, das der Vorstellung eigener Forschungsfelder und dem gegenseitigen Kennen lernen und Austausch dienen soll. Wünschenswert wäre, wenn daraus Synergieeffekte für die Forschung und weitere Kooperationen und ‚kurze Wege’ entstehen. Für Studierende könnte das Treffen Perspektiven für Abschlussarbeiten und Betreuende in dem Feld öffnen.

Heiko Wegmann (freiburg-postkolonial.de) und Prof. Reinhart Kößler (ABI)

Anmeldung erforderlich über: info@freiburg-postkolonial.de


Offizielle Übergabe digitalisierter historischer Dokumente aus der deutschen Kolonialherrschaft an das Nationalarchiv in Namibia

Am Dienstag, den 13. Mai 2008, findet um 19.15 Uhr im Arnold-Bergstraesser-Institut Freiburg die offizielle Übergabe digitalisierter historischer Dokumente aus der deutschen Kolonialherrschaft an das Nationalarchiv in Namibia statt.

Diese Dokumente aus dem Zeitraum 1894 bis 1896 befinden sich derzeit im Besitz des Adelhauser Museums in Freiburg. Darunter finden sich Brieffragmente des namibianischen Nationalhelden Hendrik Witbooi, die seine Rolle als Anführer des anti-kolonialen Widerstandes belegen, sowie ein Kompagnie-Tagebuch, Briefe, Befehle und sonstige Mitteilungen von Leutwein, Schwabe, Hermanus van Wyk und anderen an den sog. Naukluft-Kämpfen Beteiligten. Diese Dokumente wurden vom Museumsmitarbeiter Edgar Dürrenberger auf Vermittlung von freiburg-postkolonial.de und in Zusammenarbeit mit dem intergovernmental Namibian-German programme Archives of Anti-Colonial Resistance and Liberation Struggle (AACRLS) sowie mit Hilfe des Mopane Fonds for the Advancement of Training and Research in Namibia, Windhoek, digital archiviert. Somit ist gewährleistet, dass die Dokumente auch nach ihrer avisierten Rückführung nach Namibia für wissenschaftliche Zwecke an verschiedenen Orten leicht zugänglich sind. Die feierliche Übergabe in Freiburg wird durchgeführt mit Ellen Namhila, Chairperson of AACRLS und Werner Hillebrecht, Chief Archivist of the National Archives of Namibia auf der einen Seite, Edgar Dürrenberger, Dag Henrichsen, Reinhart Kössler und Heiko Wegmann auf der anderen Seite.

Ebenfalls übergeben wird ein Archivbestand (in Kopien) des "Solidaritätskomittees der DDR" aus den 1980er Jahren. Der Bestand betrifft die vielfältigen Beziehungen dieses Komitees zur damaligen Befreiungsbewegung und heutigen Regierungspartei SWAPO.
Ansprechpartner: Reinhart Kössler (ABI), Tel. 0761-88878-23

Siehe auch: 23.05.2008 - "Unsere Vergangenheit wurde uns geraubt" - Interview von Anja Bochtler mit Ellen Namhila, Vertreterin der Archive des antikolonialen Widerstands- und Befreiungskampfes in Namibia Mehr


AfrikanistInnen-Tagung vom 14.-17.5.2008 in Freiburg i.Br. und Basel:

Grenzen und Übergänge - Frontières et Passages - Frontiers and Passages

Erstmals finden sich die Vereinigung von Afrikawissenschaften in Deutschland e.V. (VAD) und die Schweizerische Gesellschaft für Afrikastudien (SGAS) zusammen, um sich im Rahmen einer international angelegten Tagung über aktuelle Entwicklungen und den Stand der Forschung in Afrika auszutauschen. Die binational organisierte Tagung beschäftigt sich mit der ökonomischen, politischen, sozialen, und kulturellen Bedeutung von Grenzen und Übergängen. Sie gliedert sich in folgende thematische Blöcke:

* Umweltwandel: Globale Prozesse, lokale Wirkungen
* Zwischen Zeiten und Räumen: Kulturelle Aushandlungsprozesse
* Passagen und Übergänge: Rekonfigurationen des Sozialen
* Barrieren und Grenzen: Transformationen des Politischen

Das vorläufige Programm (PDF, 250 KB) steht hier zum Download bereit.

Veranstalter: Arnold-Bergstraesser-Institut Freiburg i.Brsg. und Zentrum für Afrikastudien Basel

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Theater: Yvette Coetzee - KEINE PALMEN. KEINE LÖWEN. KEINE AFFEN. ab 13. März, Forum Freies Theater, Düsseldorf.

No palms

Meine Familie war immer auf der 'Täter'-Seite. Mein Urgroßvater kämpfte im Herero-Krieg. 60 000 Hereros starben. Wie viele davon er umgebracht hat, weiß ich nicht. Mein Großvater war überzeugter Nazi. Meine Eltern und ich profitierten als Weiße von der Apartheid. Ich habe meine afrikanische Heimat verlassen, als ich 24 Jahre alt war.“ Wenn man als Weiße in Afrika geboren wird, wirft das Blättern im Familienalbum viele Fragen auf. Autorin und Schauspielerin Yvette Coetzee macht sich auf die Suche nach Antworten. 1904 kommt ihr Ur-Großvater aus Hamburg in die damalige Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia), um als Soldat im Hererokrieg zu kämpfen, der bis 1908 andauert und als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts gilt. Er kauft eine Farm westlich von Windhoek, auf der die Großmutter der Autorin inmitten ihrer schwarzen Farmangestellten heute noch wohnt, ausschließlich Deutsch spricht, deutsches Fernsehen sieht und „ihre“ Kultur, die sie nur durch ihre Eltern kennt, zu bewahren sucht.

Yvette Coetzee selbst wächst in Pretoria, im benachbarten Südafrika unter strikter Rassentrennung auf und erlebt 1994 den Zerfall der Apartheid, wie auch die politischen und sozialen Veränderungen, die darauf folgen. 2001 bricht sie, wie viele ihrer Landsleute auf, um ein eine bessere Zukunft in der „ersten Welt“ zu suchen. Seit sieben Jahren wohnt sie in Berlin und blickt in „No lions. No palm trees. No monkeys.“ von Deutschland aus zurück auf die Vergangenheit ihrer Familie in Afrika.

„Das ist eine kraftvolle und zeitgemäße Inszenierung, die neue Wege für die Entwicklung eines Dialogs zwischen Deutschland und Namibia beschreitet." Prof. Peter Katjavivi, Botschafter Namibias, Berlin

Weitere Termine siehe www.etberlin.de und www.forum-freies-theater.de



"Homestory Deutschland - Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart" in Heidelberg

Ausstellung und Veranstaltungsreihe, die das Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland- ISD Bund e.V." vom 1. Februar bis zum 19. März 2008 organisiert. Neben Filmen, Konzerten und Vorträgen steht vor allem die gleichlautende Ausstellung im Mittelpunkt. Programmflyer (pdf).

"Die Existenz und die Beiträge von Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland sind bislang nur unzureichend zur Kenntnis genommen worden. Sowohl in der offiziellen Geschichtsschreibung als auch in öffentlichen Diskursen spielen sie eine Rolle, die von stereotypen rassistischen Wahrnehmungs- und Argumentationsmustern gekennzeichnet ist. Die historischen Wurzeln der darin reproduzierten machtvollen Fremdrepräsentationen liegen in der mangelnden Auseinandersetzung der Mehrheitsgesellschaft mit ihrer eigenen Kolonialgeschichte und entsprechenden Traditionen, die bis heute beinahe ungebrochen weitergegeben werden. Dies prägt in gravierender Weise nicht nur eine Vielzahl normierender Denk- und Handlungsweisen von weißen Deutschen, sondern ebenso die Lebens- und Erfahrungsbezüge von Schwarzen Menschen in diesem Land. Die individuellen und kollektiven Erfahrungen von Alltagsrassismus stellen für Menschen afrikanischer Herkunft daher einen Erfahrungszusammenhang dar,..." Das komplette Konzept als PDF-Datei: Weiter

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Christina Fabricius und Claus Kristen: Auf der Fährte des Löwen - Das Kolonialdenkmal

Vortrag und Diskussion, Montag, 18. Februar, 19:45 Uhr, Speicher der Volkshochschule Haus Alte Waage
in Braunschweig, Eintritt frei

Lange Zeit unbeachtet und doch immer wieder Gegenstand von Diskussionen und
Aktionen steht es im Stadtpark an der Jasperallee: das Braunschweiger
Kolonialdenkmal. Ein Löwe, der mit seiner Pranke die Weltkugel umfasst und
auffordert: "Gedenket unserer Kolonien und der dort gefallenen Kameraden".
Die Referenten geben einen Überblick über die Entstehungsgeschichte dieses
Monuments und die darum geführten Auseinandersetzungen, die von
Gerichtsverfahren über Kundgebungen bis zu SchülerInnenaktionen reichen.
Nicht zuletzt geht es um die Frage, wie wir zukünftig damit umgehen wollen:
Bewahren, verschrotten, verändern? Und darüber hinaus: Ist es nur ein Relikt der
Vergangenheit oder hat es auch eine Bedeutung für Gegenwart und Zukunft?

Friedenszentrum Braunschweig e.V.
friedenszentrum@arcor.de


325 Jahre brandenburgische Landnahme in Westafrika

Veranstaltung am 08.02.2008 ab 16:15 Uhr im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (Potsdam, Am Neuen Markt 9). Die „Projektgruppe 325 Jahre koloniale Landnahme Brandenburgs“ besteht aus Dr. Dr. Ulrich van der Heyden (Berlin), Prof. em. Dr. Walter Hundt (Fichtenwalde), Dr. Jens Klocksin MdL (Kleinmachnow), Andreas Kuhnert MdL (Kloster Lehnin), Uwe Prüfer (VENROB e.V.; Potsdam) und Klaus Selmke (ABC-Brücke; Oranienburg)

Einladung (pdf, 1 Seite) | Programm (pdf, 1 Seite)


wandsbektransformance – die Gegenwart des Kolonialen - Kunst, Geschichte und Gegenwart im öffentlichen Raum

Askari-Reliefs.
Schimmelmannbüste.
„Tansania-Park“...
Koloniale Mythen in der Stadt.
Mapping Wandsbek.

Ausstellung im Kunsthaus Hamburg: 4.3. – 6.4.2008
Ausstellungseröffnung: 3.3.08 18.30 Uhr

umfangreiches Begleitprogramm, weitere Infos auf wandsbektransformance

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HISTORISCHES SEMINAR/ Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Prof. Dr. Ulrich Herbert - Gemeinsame Diskussionsveranstaltung mit dem Arnold-Bergstraesser-Institut am 7. Februar 2008, 18-20 Uhr, HS 1015

Deutscher Kolonialismus und Nationalsozialismus –

eine Debatte um Kontinuität und Diskontinuität

mit

  • PD DR. Birthe Kundrus, Hamburger Institut für Sozialforschung
  • Dr. Jürgen Zimmerer, Direktor des Centre for the Study of Genocide and Mass Violence, University of Sheffield
  • und anderen

„Wir nicht, die anderen auch“ – so lautete jahrzehntelang die Haltung, wenn vom deutschen Kolonialismus die Rede war. Das galt auch für die historische Forschung. Im Zuge globalhistorischer Themen, Tendenzen und Theorien hat die Erforschung des deutschen Kolonialismus mittlerweile einen Aufschwung erlebt. Nun steht sogar die These im Raum, der koloniale Krieg in Südwestafrika sei ein Vorläufer des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges im Zweiten Weltkrieg gewesen.

Kontakt: Dr. Jörg Später, joerg.spaeter@geschichte.uni-freiburg.de


Ausstellung und Veranstaltungsreihe in der Werkstatt der Kulturen (Berlin), Donnerstag 17.01.2008 - Sonntag 02.03.2008

Afrikanische Abenteuer - Koloniale Sammelbilder zwischen Trivialität, Rassismus und Exotismus

"Im späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren die in vielen Ländern vertriebenen Reklamesammelbilder aus der visuellen Alltags- und Populärkultur nicht wegzudenken. Die damals aufstrebende Werbebranche nutzte besonders auch die dem Kolonialismus und dem Exotismus entlehnten Motive als Blickfang, um bei der Kundschaft die Kauflust zu entfachen oder national-imperialen Stolz zu erzeugen. Das millionenfach unter die Menschen gebrachte Bildgut im Kleinformat reproduzierte so ziemlich alle Stereotypen des Fremden, die im Umlauf waren, weshalb den Kolonialsammelbildchen alles andere als ideologisch-politische Harmlosigkeit zu attestieren ist. Die Legitimation, den »Rest der Welt« zu unterwerfen und aus-zubeuten, dazu leistete die Welt der Sammelbilder ihre Dienste. Wer durch diese Bilderschule des Kolonialismus gegangen war, hatte seine Lektion vom weißen Herrenmenschen gelernt. Gleichwohl manifestiert sich in den Reklamesammelbildern ein eher moderater Rassismus, so dass sich von einem »Kolonialbiedermeier« sprechen lässt."

Veranstaltungsprogramm, Kontakt etc.: Werkstatt der Kulturen, mitveranstaltet von Berlin postkolonial


Deutsche Kolonialgeschichte in Ostafrika: Aurorenlesung aus dem Roman

„Eine Frage der Zeit“

Cover Capus

Alex Capus liest am Montag, 21. Januar 2008, 20.00 Uhr in der Kirchzartener Bücherstube aus seinem neusten Buch:

"Drei Papenburger Ingenieure transportieren für Kaiser Wilhelm ein Dampfschiff in Einzelteilen nach Afrika, um es am Tanganikasee zusammenzubauen. Zu Beginn der Odysee sind die drei Werftarbeiter fasziniert vom kolonialen Charme Deutsch-Ostafrikas, aber dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Plötzlich werden Nachbarn zu Feinden und Gegner zu Freunden. In einer aus den Fugen geratenden Welt muss jeder auf seine Art versuchen mit heiler Haut davonzukommen."

Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte und Philosophie in Basel und lebt heute als Journalist und Autor in Olten.

Anmeldung und Kartenvorverkauf in der Kirchzartener Bücherstube unter Tel.: 07661 2164, oder per EMail: info@kirchzartener-buecherstube.de. Eintritt 7,-- €.

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Film im Kommunalen Kino im alten Wiehrebahnhof, Urachstr. 40:

THE HALFMOON FILES

Deutschland 2007 | OmU | 87 Min.
Eine vielschichtige audiovisuelle Recherche zur Verflechtung von Politik, Kolonialismus, Wissenschaft und Medien -- ausgehend von Bild- und Tondokumenten indischer und nordafrikanischer Kriegsgefangener aus dem »Halbmondlager« in Wünsdorf bei Berlin zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Die Gefangenenlager wurden zunehmend von Wissenschaftlern der >Königlich Preußischen Phonographischen Komission< frequentiert; die »exotischen« Gefangenen wurden zu Forschungsobjekten für Ethnologen, Anthropologen und Sprachwissenschaftler. Man machte Tonaufnahmen, es wurde fotografiert, gefilmt, vermessen, nummeriert, registriert, einsortiert. Die von Schellackplatten abgespielten Stimmen der Internierten geistern nun durch den Film. THE HALFMOON FILES belässt es jedoch nicht bei der Präsentation des Tonmaterials aus dem Lautarchiv der Humboldt-Universität Berlin und bei der Untersuchung seiner Entstehungsbedingungen oder politischen Nutzbarmachung, sondern entlässt es in die Freiheit des Erzählens kleiner Geschichten. Buch, Ton, Schnitt, Produzent: Philip Scheffner

Mi 09.01., 19:30 zu Gast: Regisseur Philip Scheffner | Do 10.01., 21:30 | So 13.01., 17:30

Siehe auch die Film-Website mit weiteren Aufführungsterminen und Infos


Ausstellung und Veranstaltungen zu Kunst und Kolonialismus in Lüneburg:

"Die Teilung der Erde" – Tableaux zu rechtlichen Synopsen der Berliner Afrika-Konferenz, April 2006 bis Ende 2008. In Kooperation mit Dierk Schmidt. Scharnhorststr. 1, D-21335 Lueneburg, Öffnungszeiten: Do 16-20h, Fr-Sa 14-18h, fon +49.4131.677-1210

Teil 1 - Conférence de Berlin, 23.11.07 - 24.1.08, im Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg

Intermezzo - Konzeptuelle Bildüberlegungen
25.1.08 - 31.1.08

Teil 2 - Widerruf, 1.2.08 - 8.2.08, Finissage 8.2.08 um 19h

Lüneburg

"Nach Jahren des Experimentierens mit heutigen Möglichkeiten der schwer vorbelasteten künstlerischen Gattung des Historienbildes und der politischen Traditionslinien moderner Malerei hat sich Dierk Schmidt zuletzt mit der Rolle des Deutschen Reichs in der Geschichte des Kolonialismus beschäftigt. Die deutsche Involvierung in den Kolonialismus und die Massenmorde an der Bevölkerung des damaligen Südwestafrikas verschwand oft hinter den unvergleichlichen Verbrechen, die in späterer Zeit durch deutsche Vernichtungspolitik angerichtet wurden. Dieses Thema ist zurzeit virulent, denn es finden in den europäischen ethnologischen und historischen Museen zahlreiche Reformatierungen der Kolonialismus-Abteilungen statt. Darüber hinaus führen verschiedene Fraktionen in den politischen Geschichtswissenschaften auch öffentlich eine Auseinandersetzung um die Behandlungsweise dieser Kolonialgeschichte." Weiter


Ausstellung: "Von Kapstadt bis Windhoek: 'Hottentotten' oder Khoekhoen? Die Rehabilitierung einer Völkergruppe", 29.11.07 - 27.04.08 im Lindenmuseum Stuttgart; sowie Veranstaltungsreihe "Fokus Kolonialismus"

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Podiumsdiskussion: "Kolonialverbrecher ehren? Wege zu einem verantwortungsbewußten Umgang mit kolonialistischen Straßennamen", Datum: 27.11.07 (Di.), 19:00 – 21:00 Uhr
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, Tram M4 Am Friedrichshain, Robert Havemann-Saal

Straßennamen dienen der Erinnerung und Würdigung von Personen und Ereignissen. Im Berliner Stadtbild finden sich immer noch affirmative Bezugnahmen auf den deutschen Kolonialismus. Die antidemokratische Ausrichtung der kolonialen Idee erfordert eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Straßennamen. In besonders eklatanten Fällen, speziell dort, wo „Kolonialpioniere“ für ihre Rolle bei der gewaltsamen Begründung des deutschen Kolonialreiches geehrt werden oder rassistisch konnotierte Begriffe verwendet werden, sind – nach Meinung der Veranstalter – Umbenennungen, bei anderen Erläuterungen an den Straßenschildern notwendig.

Bei der Veranstaltung wird mit Vertreter/innen aller Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses darüber diskutiert, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Straßennamen aussehen sollte: Bei welchen Straßen ist eine Umbenennung unumgänglich? Wie kann bei anderen Straßen auf den Zusammenhang mit dem Kolonialismus hingewiesen werden? Wie kann die Landespolitik die Entscheidungsfindung und Umsetzung auf Bezirksebene unterstützen?

Es diskutieren Vertreter/innen der Parteien im Abgeordnetenhaus:

  • Die Linke: Evrim Baba (Entwicklungspolitische Sprecherin)
  • B90/Grüne: Oliver Schruoffeneger (Entwicklungspolitischer Sprecher)
  • SPD: Michael Arndt (Sprecher für Bauen und Wohnen)
  • FDP: Henner Schmidt (Stellvertretender Fraktionsvorsitzender)
  • CDU: Kurt Wansner (Integrationspolitischer Sprecher) (angefr.)
  • Experte: Joshua Kwesi Aikins (Initiative Schwarzer Deutscher, Autor eines Dossiers zum Thema)
  • Moderation: Armin Massing (BER)

Veranstalter: Berliner entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) in Kooperation mit Berlin Postkolonial e.V., Werkstatt der Kulturen, Tansania-Network.de

Herero-StrFoto: Henning Hintze

Ausstellung: "Deutschlands Adler im Reich des Drachen - Deutschland und China im Zeitalter des Kolonialismus"

Meckel-Halle der Sparkasse Freiburg, Kaiser-Joseph-Str. 186-190, 28.8. - 17.9.2007, Eintritt frei (siehe auch Pressemitteilung des Bundesarchivs).


Internationales Symposium:

Der Traum vom Paradies?

Das Deutsche Reich in der Südsee

Deutsches Historisches Museum und Universität Bayreuth

12. bis 14. September 2007

Zum Programm | Zur Anmeldung

(beides pdf )

poster

Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung

Einladung zu einem Luncheon Seminar: Prof. Dr. George Steinmetz, Department of Sociology, University of Michigan, Ann Arbor

Theorizing the Colonial State in German Southwest Africa, Qingdao, and Samoa.

Drei Arten, am Kolonialismus zu leiden.

Montag, 2. Juli 2007, 13 Uhr im Arnold-Bergstraesser-Institut, D-79110 Freiburg, Windausstraße 16, Tel.: 0761-88878-0 | Fax.: 0761-88878-78; e-mail: abifr@abi.uni-freiburg.de | ABI-Website

siehe auch G. Steinmetz in der Zeitschrift Peripherie: Von der 'Eingeborenenpolitik' zur Vernichtungsstrategie: Deutsch-Südwestafrika, 1904(*) bei Linksnet


20.06.2007 - Vortrags- und Diskussionsveranstaltung von freiburg-postkolonial im Kommunalen Kino Freiburg:

Kulturerbe des Kolonialismus - Wie es nach Deutschland kam und wie man heute damit umgeht Mehr


Das Frankreich-Zentrum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg veranstaltet ab April 2007 in Kooperation mit dem Historischen Seminar und dem Romanischen Seminar die Vortragsreihe:

Koloniale Vergangenheiten - (post)imperiale Gegenwart

Die folgende Ankündigung ist der Website des Frankreich-Zentrums entnommen:

Während in den USA die Diskussion über den Postkolonialismus schon seit vielen Jahren nicht nur den politischen Diskurs, sondern unter dem von Edward Said geprägten Begriff der "postcolonial studies" auch spezifische Fragestellungen in den Geistes- und Kulturwissenschaften prägt, fand die Auseinandersetzung der europäischen Länder mit ihrer kolonialen Vergangenheit nur in eingeschränktem Umfang statt. Die Vortragsreihe "Koloniale Vergangenheiten - (post)imperiale Gegenwarten" möchte daher den Blick eröffnen auf die Besonderheit der kolonialen Vergangenheiten einzelner europäischer Länder, deren Konsequenzen für ihre gegenwärtigen Gesellschaften und ihre aktuellen politischen Zielsetzungen in einer Zeit, die als "postimperial" bezeichnet werden könnte.

In zunächst fünf Vorträgen im Sommersemester 2007 sollen die grundsätzlichen Unterschiede der europäischen Kolonialgeschichten sowie der politischen und historiographischen Strategien im Umgang der ehemaligen Kolonialstaaten mit ihren imperialen Vergangenheiten untersucht werden. Auf einen einführenden Vortrag von Prof. em. Dr. Wolfgang Reinhard (Freiburg/Erfurt) folgen Veranstaltungen zur Kolonialgeschichte Spaniens (Prof. Dr. Walther L. Bernecker, Erlangen-Nürnberg), Deutschlands (PD Dr. Dirk Van Laak, Jena), Großbritanniens und Frankreichs (Dr. Stephan Malinowski, Berlin) sowie zur Dekolonisation (Prof. Dr. Jörn Leonhard, Freiburg). Im Wintersemester 2007/08 wird die Reihe mit Einzelvorträgen zu spezifischen Phänomenen der Kolonialgeschichte fortgeführt und soll dann in ein Kolloquium münden.

Donnerstag, 14. Juni 2007, 20 Uhr c.t.

PD Dr. Dirk Van Laak, Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena:

Im Tropenfieber. Deutschlands afrikanische Kolonien zwischen kollektivem Verlangen und Vergessen

Einführung: Prof. Dr. Stefan Pfänder
Raum: HS 3044

Deutschlands Kolonialzeit war relativ kurz (1884 - 1914/18) und wurde später als Intermezzo abgetan. Doch waren die Deutschen nicht nur ebenso engagierte Kolonisatoren wie ihre imperialen Konkurrenten. Die Erfahrungen als Kolonialmacht schlugen sich auf vielfältige Weise in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts nieder.

Dr. Dirk van Laak, geb. 1961, ist Privatdozent und Oberassistent am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Jüngste Veröffentlichungen: „Imperiale Infrastruktur. Deutsche Planungen für eine Erschließung Afrikas 1880 bis 1960“ (2004), „Über alles in der Welt. Deutscher Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert“ (2005)

Donnerstag, 21. Juni 2007, 20 Uhr c.t.
Dr. Stephan Malinowski, Juniorprofessur Neuere und Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin:
Loosing an Empire – "Entwicklungshilfe" als Fortsetzung kolonialer Hegemonie? Großbritannien und Frankreich im Vergleich (1940er-1960er Jahre)

Einführung: Prof. Dr. Jörn Leonhard
Raum: HS 3044

Dr. Stephan Malinowski ist wissenschaftlicher Assistent für Neuere Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Derzeit vertritt er die Juniorprofessur am Institut für Neuere und Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Seine Arbeitsgebiete umfassen u.a. die deutsche und westeuropäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die deutsch-französischen Beziehungen, Europäische
Kolonialgeschichte, Dekolonisation und ihre Rückwirkungen auf Europa. Derzeit arbeitet er innerhalb des Forschungsprojekts „Fighting backwardness“ zum Thema der späten Kolonialkriege und zur frühen europäischen ‚Entwicklungshilfe’ in Afrika (1950er/60er Jahre). Veröffentlichungen: „Vom König zum Führer. Sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat“ (2004)

Donnerstag, 19. Juli 2007, 20 Uhr c.t.
Prof. Dr. Jörn Leonhard, Lehrstuhl für Geschichte des Romanischen Westeuropa, Universität Freiburg:
Die longue durée des Abschieds: Dekolonisierung in Frankreich und Großbritannien als Krisengeschichte der Nachkriegsphase

Einführung: Prof. Dr. Rolf G. Renner
Raum: HS 3044

Der Vortrag wird sich mit den unterschiedlichen Erfahrungen in Frankreich und Großbritannien und den langfristigen Konsequenzen für das politische Selbstverständnis und die Europapolitik in beiden Ländern beschäftigen. Ausgangspunkt ist der nach 1945 schnell deutlich werdende Status beider Länder als "prekäre Siegermacht" mit überkommenen Großmachtansprüchen und imperialen Traditionen einerseits und zunehmend eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten vor dem Hintergrund des Kalten Krieges andererseits. Das zeigte für Frankreich und Großbritannien zumal die Suez-Krise 1956. Aber bereits zuvor und zugespitzt seitdem zeigten sich entscheidende Unterschiede im Ausmaß der Gewalt und der Verflechtung zwischen der Dekolonisation und der Innenpolitik der Metropolen. Für die Krise der IV. Republik wurde die Algerienkrise zum Katalysator. Die Erfahrungen der 1950er und 60er Jahre stehen im Zentrum der Analyse, wobei ein Ausblick nach dem langfristigen Erbe der Dekolonisation für beide Länder fragt.

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Begleitprogramm zum freiburger film forum 2007: Ausstellung "Kingsely - Tagebuch eines illegalen Einwanderers", Vortrag "ILLEGALE MIGRATION" und Lesungen "Schreibweisen der Migration" Mehr (pdf)
"Afrika gestern heute und morgen“ lautet der Titel einer Veranstaltungsreihe, die die Geographie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg gemeinsam mit der UNICEF durchführt.

Im Sommersemester 2007 jeden Donnerstag von 18-20 Uhr im Großen Hörsaal der PH

zum Programm (pdf)


Filmabend „Cracks in the Mask“ - Risse in der Maske
Montag, 30.10.06, 20 Uhr - Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, Freiburg

Um breitere Teile der Öffentlichkeit für die Bedeutung des anhaltenden Verlustes von Kulturgütern vor allem für Länder des Südens zu sensibilisieren, zeigt das informationszentrum 3. welt (iz3w) in Kooperation mit der CulturCooperation Hamburg das 'creative documentary' „Cracks in the Mask“ von Frances Calvert.

Der Film: Ephraim Bani, Kulturgelehrter der Torres Strait Inseln im Pazifik, reist mit seiner Frau nach Europa, um in den ethnografischen Museen das kulturelle Erbe seines Volkes zu aufzusuchen. Dort findet er die einzigartigen Schildpatt-Masken, die seine Vorfahren anfertigten, als Ausstellungsstücke und Kistenhüter vor. Nachdem 100 Jahre zuvor in einer Welle von kolonialen Expeditionen ein Großteil bedeutender Kulturgüter außer Landes gebracht wurden, ist keine der Masken mehr auf den Inseln. Er forscht nach ihnen und erfährt dabei gleichzeitig die Haltung der Wissenschaftler in den Museen. Mit seiner Suche nach den verloren gegangenen Schildpattmasken seiner Kultur hält er uns einen Spiegel vor. So stellt der Film die wichtige und ungelöste Frage nach dem Umgang mit fremdem Kulturgut und zeigt, dass die dicksten Masken Risse bekommen, wenn ein Angehöriger ihres Volkes das Museum betritt. (1997, 57 Min. OmU)

Ephraim Bani Strait Maske

Bei der Aufführung des Films wird neben einer Vertreterin der CulturCooperation auch der Ethnologe und Museumspädagoge Volker Harms anwesend sein, um mit dem Publikum zu diskutieren. Volker Harms ist einer der wenigen Wissenschaftler in Deutschland, der sich mit dem Thema Beutekunst und Völkerkundemuseen befasst hat. Im Anschluss an den Film wird die CulturCooperation auch die Kampagne „Nofretete geht auf Reisen“ vorstellen, die beispielhaft zeigt, wie faire politische Lösungen für strittige Rückgabeforderungen aussehen können. Elektronischer Flyer der CulturCooperation: weitere Aufführungs- und Veranstaltungsorte in anderen Städten.

Siehe zum Thema auf freiburg-postkolonial.de: Tanja Berger: Räuber, Retter und Gelehrte - Die Debatte um die Rückgabe geraubter Kulturgüter (2001), Zum Text


LIVINGSTONES ERBEN

Regie: Steffen Schülein, Martina Backes | Kamera: Oliver Klein | Schnitt: Thomas Cernay
| Deutschland 2006 | OmU | 80 Min. | Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof, Urachstr. 40| Mo 25.09.06, 20:00 Uhr

Ein Dokumentarfilm über die lokalen Beschäftigten im Abenteuertourismus am Sambesi und ihre Sicht auf die postkolonialen Verhältnisse an den Victoria-Fällen, 150 Jahre nach ihrer »Entdeckung« durch den Missionar und Abenteurer Dr. David Livingstone. Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine dreitägige Reise zu verschiedenen Orten und Aktivitäten bei den Victoria-Fällen und zeigt Bilder von Wildwasser-Rafting, Bungeejumping, Hotelpools und Sunset-Cruise. Thema des Films sind das Verhältnis zwischen den lokal Beschäftigten und den TouristInnen, ihre meist stereotypen Vorstellungen vom »wirklichen Afrika« und die wirtschaftlichen Probleme Livingstones, dem touristischen Zentrum Sambias, das zu den zehn ärmsten Ländern der Welt zählt.Steffen Schülein wird bei der Vorführung und dem anschließenden Filmgespräch anwesend sein und über das Projekt berichten. Mehr | Siehe auch: FernWeh-Neuerscheining (iz3w-website): "Fenster zur Parallelwelt - Reisebilder und Fernwehgeschichten" (über Exotik, Begegnung, koloniales und postkoloniales Reisen u.v.m.) Mehr


Aus der Themenreihe: "Fenster zur Völkerkundesammlung" der Abteilung Völkerkunde des Adelhausermuseums Freiburg: Die Maori Neuseelands / Aotearoas, 17.08. - 17.09.2006

"Vor etwa 600 Jahren besiedelten die Maori, von Zentralpolynesien kommend, Neuseeland, das sie heute Aotearoa, das "Land der langen, weißen Wolke" nennen. In der Ausstellung und in den Museumsgesprächen mit Margarete Brüll wird es um die reiche Kultur der Maori gehen, die ihren Ausdruck in den ästhetischen Objekten des Alltags, der Kriegsführung und der Ahnenverehrung findet. Aber auch die wechselvolle Begegnung mit den Pakeha, den europäischen Siedlern Neuseelands seit dem 19. Jahrhundert bis heute, ist Thema der Ausstellung und der Museumsgespräche."

Museumsgespräche "Blick durchs Fenster" mit Margarete Brüll:
Do, 17.08.2006, 15.00 Uhr | So, 03.09.2006, 14.00 Uhr | So, 10.09.2006, 14.00 Uhr | So, 17.09.2006, 14.00 Uhr

Informationsnachmittag im Adelhausermuseum mit verschiedenen Vorträgen zur Geschichte,
der politischen und kulturellen Situation der Mongolei
, Sa, 02.09.2006, von 15.00 bis 19.00 Uhr


Interdisziplinäre Konferenz: War, Genocide and Memory. German Colonialism and National Identity. University of Sheffield, 11.-13. September 2006.

"For almost sixty years, since the end of World War II, the German public had forgotten about its colonial empire. Whereas other European powers experienced the traumatic violence of decolonisation, Germans believed that they had nothing to do with the colonial exploitation of large parts of Africa, Asia or South America. They were innocent - so many believed - of the devastations brought about by European colonialism and could therefore engage with the new postcolonial world without the dark shadow of a colonial past. Some observers have termed this 'colonial amnesia'. (...) The conference will address Germany's biased and troubled relationship with its colonial past over the course of two centuries. As postcolonial studies have shown, colonial engagement neither started nor ended with formal colonial rule. Thus we will have papers dealing with numerous aspects of the encounters of Germany and Germans with imagined or real colonial empires, from the mid nineteenth century to the present day. Papers addressing the problems from a transnational or comparative perspective, papers dealing with the landscapes of memory in the former German colonies, and papers offering literary and other cultural-historical perspectives are also included. The contributors are practitioners in a diversity of disciplines."

Zur Website der University of Sheffield: Veranstaltungsprogramm, Anmeldemöglichkeit etc.


Veranstaltungsreihe von Theater Freiburg und E-Werk "Fremdsein im Fokus" mit provokanten Titeln:

FREMDSEIN IM FOKUS | 13. Mai – 22. Juni 2006
Frühling rollen? Gast arbeiten? Neger küssen?

DER KAMPF DES NEGERS UND DER HUNDE | So 14.5. / Do 18.5. / Fr 19.5. / Sa 20.5. / So 21.5. / Fr 26.5. / Sa 27.5. / So 28.5. / Fr 2.6 / Sa 3.6. jeweils 20.00h
von Bernard-Marie Koltès
actors gang

"Am 20. Mai wird "Les Nègres" von Michaël Levinas am Theater Freiburg zum ersten Mal in Deutschland aufgeführt. Die Oper basiert auf einem Schauspiel von Jean Genet und thematisiert die Vorurteile und Urängste gegenüber Fremden in der Gesellschaft."


Ausstellung des Historischen Seminars der Universität Basel vom 31.05.2006-09.07.2006:

"Plakate im Kampf" - Bilder und Öffentlichkeit der Befreiungsgeschichte Namibias (Website Deutsch und Englisch)

Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 30. Mai 2006, 18 Uhr. Ort: Basler Afrika Bibliographien (BAB), Klosterberg 23, 4051 Basel. Öffnungszeiten: Mi-So 13-18 Uhr. Siehe auch Rezension des BAB-Buches "African Posters"

Afrika-Plakat Namibia-Revolution


Veranstaltungsreihe (Post-)Koloniale Reisebilder - Die Konstruktion des Fremden in Geschichte und Gegenwart

Ort: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, KG I, HS 1015. Wintersemester 2005/06, jeweils 20.15 Uhr

reise

Flyer zu den Veranstaltungen mit weiteren Informationen als pdf-Download


„Die Sammlung Prinz Johann Georg von Sachsen – Der Prinz in der Wüste“ vom 29.11.2005 - 29.01.2006 in der Universitätsbibliothek Freiburg. Ausstellungsbesprechung.

Plakat


„Aus Namaland und Kalahari...“ Studioausstellung mit historischen Fotografien des Kolonialoffiziers Kurd Schwabe, Adelhausermuseum 08.05.2002 – 13.10.2002. Besprechung


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